Sonntag, 25. November 2018, 17:00h

New Counterpoints – „Identität im Wandel der Identitäten“

Sonntag, 25. November 2018, 17 Uhr-22 Uhr

Alte Schmiede (Jazzschmiede), Himmelgeister Str. 107g, Düsseldorf

Komplettes Programm als pdf Download:
NewCounterpoints_Identitäten_Programm

Hinter manch aktueller politischer Problemstellung verbergen sich bei genauerem Hinsehen Identitätsfragen. In Zeiten zunehmender Verunsicherung über Zuschreibungen im Bereich der Identitätsfrage (individuelle Identität und Gruppenidentität, Integration und Abgrenzung oder „Leitkulturdebatte“ etc.), die zudem von einer oft mit Nachdruck betriebenen Identitätspolitik geprägt sind, stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß unter diesen Bedingungen Identität noch authentisch gelebt werden kann. Die am Projekt beteiligten Künstler sollen sich dieser Thematik mit den Mitteln gehaltsästhetischer Konzeptkunst zu stellen. Da bei diesem Ansatz vor allem mit Bedeutungen gearbeitet wird und der Materialaspekt der Musik sowie das Subjekt des Komponisten nicht im Vordergrund stehen sollen, eignet er sich ausgesprochen gut zur Umsetzung unserer Projektidee. Fünf Komponisten entwickeln in Zusammenarbeit mit Künstlern anderer Sparten (Autoren, Videokünstler etc.) experimentelle multimediale Werke zum o.g. Thema. Umrahmt wird dieser Konzertteil von einem Vortrag über gehaltsästhetische Konzeptkunst‘ sowie einer anschließenden moderierten Diskussion zwischen Künstlern und Publikum, in der das zuvor Gehörte (selbst-)kritisch reflektiert wird. Es ist uns gelungen, einen der derzeit international auf diesem Feld renommiertesten Musikwissenschaftler und -philosophen, Harry Lehmann, für dieses Projekt zu gewinnen; zudem wird der bekannte englische Komponist und Performance-Künstler Neil Luck ein Werk beisteuern. Das Ensemble wird aus einer Sprecherin, einem Sänger, einem E-Gitarristen, einem Schlagzeuger sowie Elektronik bestehen. Darüber hinaus werden Videoprojektionen, Installationen und szenische Elemente zum Einsatz kommen. Ziel des Projektes ist, eine aktuelle gesellschaftspolitische Fragestellung mit zeitgenössischen künstlerischen Mitteln zu reflektieren, wobei das Publikum, zunächst durch Bereitstellung von Hintergrundinformationen und anschließend durch Beteiligung an einer gemeinsamen Diskussionsrunde, direkt mit einbezogen wird. Dabei sollen neben inhaltlichen Fragen auch die gesellschaftliche Rolle zeitgenössischer Kunst und insbesondere der Aspekt der Gehaltsästhetik erörtert werden. [Konzeption/Projektidee von: Claes J. Biehl, musik21 e.V. Düsseldorf].

17:00 Uhr, Vortrag über Konzeptkunst und die „gehaltsästhetische Wende“ in der zeitgenössischern Musik
Harry Lehmann (Berlin)


Konzert:
18:00 Uhr, New Counterpoints: „Identität im Wandel der Identitäten“

Programm
Claes Biehl (*1978, Krefeld):
Im Schatten des Wundenmals (2018), UA.*

Sebastian Hanusa (*1976, Berlin):
hass schreie töten (2018), für Sprecherin, E-Gitarre, Schlagzeug, Zuspiel und Video, UA.*

Christoph Theiler (*1956, Wien):
Das Nichts ist polyphon (2018) für SprecherIn, Git. u.Schlagzeug, UA.*

Erik Janson (*1967, Düsseldorf):
BISS IV (2008), für E.-Gitarre und Schlagzeug

Neil Luck (*1983, London, GB):
Previous Attachments (2018), Neues, UA.*

* = Kompositionsaufträge von musik 21 e.V. , mit freundlicher Unterstützung der Förderer (siehe unten)

Interpreten: Stefan Wolke (E.-Gitarre), Jens Brülls (Schlagzeug), Renate Fuhrmann (Sprecherin/Schauspielerin)


19:30-20:00 Uhr: Diskussion zu den uraufgeführten Werken mit den Komponisten und dem Publikum, Moderator: Harry Lehmann

 

Konzert:
20:00 Uhr, New Counterpoints: „Der Saal der verlorenen Schritte“

Das zeitgenössische Trio Experimentelle Musik Gerdes-Mex-Danzeisen, Jan Gerdes (Klavier, Synthesizer), Henry Mex (Kontrabass, E-Bass, Electronics) und Phillip Danzeisen (Schlagzeug) gestalten und konzipieren dieses Konzertprogramm im Rahmen unserer Reihe „Identitäten“. Der „Saal der verlorenen Schritte“ ist die Beschreibung einer Bahnhofsschalterhalle im Roman “Aus tiefsten Vergessen” des französischen Schriftstellers Patrick Modiano. Dieses Leitmotiv wählte sich das Trio als Inspiration. Ein Bild für das Warten auf Züge die aus verschiedenen Richtungen kommen und in verschiedene Richtungen gehen. Vielleicht sind die “verlorenen Schritte” auch die in der Musikgeschichte offen gebliebenen Verbindungen zwischen Jazz, Klassik, Neuer Musik und Electronica. Musik, die – größtenteils im Entstehen nach Identitäten forscht und diese erfahrbar macht. Der Pianist Jan Gerdes, renommierter Interpret klassischer, zeitgenössischer Klaviermusik und Electronica und Henry Mex, Bassist, Komponist und Theatermusiker, gründeten 2017 ein Trio in klassischer Jazzbesetzung mit Schlagzeug. Impuls gebend war die Vision der Verbindung ihrer Erfahrungen der komplexen Klangvorstellungen und Denkweisen der Neuen Musik mit den Rhythmen, der Harmonik und dem faszinierenden Phänomen der Improvisation des zeitgenössischen Jazz. Es entsteht eine pulsierende, ausdifferenzierte und sinnliche Musik an der Schnittstelle akustischer und elektronischer Klänge im Spannungsfeld zwischen Komposition und Improvisation. Als Auflage für die angefragten Kompositionen gilt es, sich an eine – im weiteren Sinne – „Jazzstruktur“ zu halten, wie eine Art „Thema“ (kurzer fest komponierter Anteil), anschließende Improvisationsteile und/oder Improvisationskonzepte die komponiert sind, sowie an unser Leitthema „Identitäten“. Nach dem geplanten Konzert in Düsseldorf will das Trio, das Programm in Köln, Berlin und Potsdam zu präsentieren.

Programm

Henry Mex (*1963, Berlin): „Le Salle Des Pas Perdus“ (2018) für Klavier, Kontrabass und Schlagzeug, UA.

Christoph Theiler (*1959, Wien):
Brush Stroke (2018), für Klavier/Keyboard, E-Bass, UA.

Henry Mex (*1965, Berlin):
„Pulsar“ (2018), für Klavier, Kontrabass,Schlagzeug & Live-Elektronik, UA.

Jan Gerdes (*1965, Berlin):
Saif (2017) für Jazztrio
Aquamarin (2014) für Jazztrio

Philipp Danzeisen (Berlin):
Moving Quiet, (2018), für Keyboard, E-Bass, Schlagzeug und Live-Elektronik, UA.

Theo Pauß (*1971, Korschenbroich)
Sound Trip (2018) für Kontrabass, Klavier und Schlagzeug, UA.

Den komponierten Werken werden Improvisationen gegenüber gestellt, die einen „roten Faden“, orientiert an der Hauptthematik bilden.

Trio Gerdes-Mex-Danzeisen (Berlin)
Jan Gerdes: Klavier & additional Instruments
Henry Mex: Kontrabass, auch E.-Bass
Philipp Danzeisen: Schlagzeug

Veranstalter: musik21 e.V.
Eintrittspreis (pro Einzelkonzert): 10 €, ermäßigt 8 €,
Vortrag Harry Lehmann & beide Konzerte: 15 €, ermäßigt 10 €

 

Wir bedanken und herzlich für die freundliche Unterstützung von: